|
Das Flötenorchester "Flutes & Percussion" der SV Kirchweyhe präsentiert sich auf CD. Eine echte Überraschung! Auch für jemanden, der oft mit Pfeifen und Trommeln musiziert. Sensibel und geschmackvoll zusammengestellte Titel geben ein beeindruckendes Klangspektrum von Melodie und Rhythmus. Picardy Hymne, einer meiner Lieblingschoräle, habe ich so gut intoniert zuvor noch nicht gehört, geschickt gewählt folgt dann der Gospel John. Der musikalische Leiter Rolf Hinrichs beweist nicht nur Gespür für die Wahl und Konstellation der Stücke, sondern zeigt auch Qualitäten als Arrangeur, wie die Nummer Axel F beweist. Trotz allem hat man in Kirchweyhe nicht verlernt, Marschmusik zu interpretieren. Anker Gelichtet klingt wie von einem Spielmannszug mit außerordentlich hohem Niveau. Zackig, aber vor allem gut phrasiert - was mir überhaupt bei allen Titeln auffält. Der 47er Regimentsmarsch erklingt in einem gut gewählten Tempo. Dieter Adam hat sich damit in viele Spielmannsherzen arrangiert. Gerne mag ich auch die Arrangements von Steffi Bonnke. Man merkt der Miss Marple viel Spass an. African Dream ist eines der schwersten Originalstücke für diese Besetzungsform. Dennoch ist es genauso sauber interpretiert wie die Stücke der vermeintlich leichten Muse: Surfin' USA oder The Final Countdown. Wie im Circus fühlt man sich tatsächlich bei der gleichnamigen Komposition von P.H. Wolters, der humorvoll die Gladiatoren einziehen lässt. Man erkennt Clowns und Jongleure und freut sich über die Virtuosität eines Tambourkorps. Nach dem ausklingenden Londonderry Air kann man dem Orchester zu dieser schönen CD nur noch gratulieren. Das Anhören macht Spass.
Georg ter Voert
|